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Anwendungen & Branchen Redaktion Thermalkamera · Stand

Maulwurf im Garten: Was die Wärmebildkamera wirklich zeigt

Inhalt 7 Abschnitte

Viele Gartenbesitzer hoffen, mit einer Wärmebildkamera Maulwurfsgänge aufzuspüren. Die ehrliche Antwort lautet: Das funktioniert nicht. Eine Wärmebildkamera sieht nicht unter die Erde. Was sie im Garten tatsächlich leisten kann und was nicht, erklärt dieser Artikel. Außerdem erfahren Sie, was beim Maulwurf rechtlich gilt und wie Sie mit seinen Hügeln gelassen umgehen.

Was eine Wärmebildkamera im Garten tatsächlich zeigt

Eine Wärmebildkamera misst die Infrarotstrahlung, die von der Oberfläche eines Objekts ausgeht. Die physikalischen Grundlagen sind einfach: Jeder Körper strahlt Wärme ab, und die Kamera macht diese Strahlung als Farbbild sichtbar. Wichtig ist das Wort „Oberfläche“. Die Kamera erfasst nur das, was an der Außenseite ankommt. Wie das Messprinzip im Einzelnen arbeitet, lesen Sie im Beitrag zur berührungslosen Temperaturmessung.

Im Garten kann die Kamera deshalb zwei Dinge zeigen:

  • Ein Tier an der Oberfläche: Wenn sich ein Maulwurf oder ein anderes Tier gerade im Freien zeigt, hebt sich sein warmer Körper vom kühleren Boden ab. Maulwürfe verlassen ihre Gänge aber nur selten.
  • Frisch aufgeworfene Erde: Die Erde eines neuen Hügels stammt aus tieferen Schichten. Sie ist oft feuchter und hat eine andere Temperatur als der umliegende Rasen. Dadurch kann sich der Hügel für kurze Zeit im Wärmebild abzeichnen.

Ob das gelingt, hängt von den Bedingungen ab. Am besten stehen die Chancen am frühen Morgen und am Abend, wenn die Sonne den Rasen nicht aufheizt und der Temperaturunterschied zwischen Hügel und Umgebung groß ist. Bei Sonne, Wind oder nach Regen verschwinden die Unterschiede schnell. Ein sicheres Ergebnis dürfen Sie nicht erwarten.

Was eine Wärmebildkamera nicht kann

Die Kamera kann nicht durch Erde hindurchsehen. Eine Bodenschicht von wenigen Zentimetern genügt, damit die Wärme eines Tieres die Oberfläche nicht mehr erreicht. Das hat Folgen:

  • Sie sieht keine Gänge und kann kein Gangsystem kartieren.
  • Sie zeigt nicht, ob ein Gang bewohnt ist.
  • Sie zeigt nicht, ob unter dem Rasen ein Maulwurf oder eine Wühlmaus gräbt.
  • Sie liefert keine Messung, die Sie als Beleg für einen Befall verwenden könnten.

Wer eine Kamera nur für diesen Zweck kaufen will, sollte das wissen. Für die Suche nach unterirdischen Gängen ist sie das falsche Werkzeug.

Maulwurf oder Wühlmaus: die Unterschiede

Im Garten werden beide Tiere oft verwechselt. Dabei unterscheiden sie sich deutlich, auch im rechtlichen Status. Die folgende Tabelle hilft bei der Einordnung.

MerkmalMaulwurfWühlmaus (z. B. Schermaus)
NahrungInsekten, Larven, RegenwürmerWurzeln, Knollen, Zwiebeln
Hügelformmeist rund, Gang mittig untenflacher, Gang seitlich
Hinweise im Hügelnur feine, lockere Erdeoft Wurzelreste
Schaden an Pflanzenkeine Fraßschäden an Wurzelnangefressene Wurzeln und Zwiebeln
Rechtlicher Statusbesonders geschütztSchermaus nicht besonders geschützt

Welken Pflanzen im Beet plötzlich oder fehlen Zwiebeln, steckt meist eine Wühlmaus dahinter. Ein Maulwurf frisst keine Pflanzenwurzeln. Dass er in Ihrem Garten gräbt, zeigt vor allem, dass der Boden belebt ist und genug Nahrung bietet.

Was erlaubt ist und was nicht

Beim Maulwurf ist die Rechtslage eindeutig. Er zählt nach der Bundesartenschutzverordnung (Anlage 1) zu den besonders geschützten Arten. Nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Für Sie heißt das:

  • Nicht erlaubt: Fallen, Gift, Fangen und Töten. Auch das Nachstellen mit dem Ziel, das Tier zu fangen, ist untersagt.
  • Erlaubt: Die Hügel hinnehmen oder einebnen und das Tier vergrämen, ohne ihm zu schaden.

Anders ist es bei der Schermaus, der großen Wühlmaus. Sie steht in der Bundesartenschutzverordnung ausdrücklich auf der Ausnahmeliste und ist nicht besonders geschützt. Deshalb ist es wichtig, die Tiere sicher zu unterscheiden, bevor Sie handeln. Sind Sie unsicher, fragen Sie die untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt. Dort erhalten Sie eine verbindliche Auskunft.

Sanfte Wege im Umgang mit Maulwurfshügeln

Die Hügel sehen unschön aus, lassen sich aber ohne großen Aufwand handhaben:

  1. Hügel einebnen: Verteilen Sie die Erde mit Rechen oder Besen auf dem Rasen. Am besten gelingt das bei trockener Erde. Streuen Sie bei Bedarf etwas Rasensamen nach.
  2. Erde weiterverwenden: Die Erde der Hügel ist fein und locker. Sie eignet sich gut als Pflanzerde, etwa für Töpfe, Beete oder zum Auffüllen von Mulden.
  3. Vergrämen ohne Schaden: Manche Gartenbesitzer setzen auf Geräusche oder Gerüche, damit das Tier eine andere Stelle wählt. Die Wirkung ist nicht gesichert. Manchmal zieht das Tier weiter, manchmal bleibt es. Das Tier darf dabei nicht verletzt werden.
  4. Gelassen bleiben: Ein Maulwurf lockert den Boden und frisst Larven und Insekten. Viele Gartenbesitzer nehmen die Hügel deshalb bewusst in Kauf.

Wo die Wärmebildkamera im Garten sinnvoller ist

Ihre Stärke spielt die Kamera dort aus, wo Tiere sich an der Oberfläche bewegen. Nachts können Sie Wildtiere beobachten, ohne sie zu stören: Igel, die über den Rasen laufen, oder Füchse, die durch den Garten ziehen. Warme Körper heben sich in der Dunkelheit deutlich vom kühlen Untergrund ab. Sie brauchen dafür kein Licht, und die Tiere bleiben unbeeinflusst. Halten Sie dabei ausreichend Abstand und lassen Sie die Tiere in Ruhe.

Auch Wärmeverluste am Haus oder zu kühle Stellen an Rohren lassen sich mit der Kamera erkennen. Für Maulwurfsgänge taugt sie dagegen nicht. Wer das weiß, spart sich falsche Erwartungen und entscheidet sich bewusster für oder gegen die Anschaffung.

Häufige Fragen: Maulwurf und Wärmebildkamera

Kann man mit einer Wärmebildkamera Maulwurfsgänge sehen?

Nein. Eine Wärmebildkamera misst nur die Infrarotstrahlung der Oberfläche und sieht nicht durch Erde. Gänge und Tiere unter dem Rasen bleiben unsichtbar. Sichtbar sein können höchstens ein Tier, das sich gerade an der Oberfläche zeigt, und frisch aufgeworfene Erde, die sich in Temperatur oder Feuchte vom Rasen abhebt.

Darf man einen Maulwurf fangen oder töten?

Nein. Der Maulwurf ist nach der Bundesartenschutzverordnung (Anlage 1) besonders geschützt. § 44 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Fallen und Gift sind daher keine Option.

Woran erkenne ich, ob ein Maulwurf oder eine Wühlmaus im Garten gräbt?

Maulwurfshügel sind meist rund, der Gang liegt mittig unten. Wühlmaushügel sind flacher, der Gang liegt seitlich, und oft finden sich Wurzelreste. Ein weiterer Hinweis sind Fraßschäden: Wühlmäuse fressen Wurzeln, Knollen und Zwiebeln, Maulwürfe fressen Insekten, Larven und Regenwürmer.

Was kann ich gegen Maulwurfshügel im Rasen tun?

Sie können die Hügel einebnen oder hinnehmen. Die lockere Erde lässt sich als Pflanzerde weiterverwenden. Erlaubt ist auch das Vergrämen ohne Schaden für das Tier, etwa mit Geräuschen oder Gerüchen. Die Wirkung ist allerdings nicht gesichert.

An wen wende ich mich, wenn ich unsicher bin?

Bei Unsicherheit, etwa über die Tierart oder erlaubte Maßnahmen, hilft die untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt. Sie gibt verbindlich Auskunft.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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